Hitler und das Internet zerstören mein Leben

Was Hitler die Juden waren, ist mir das Internet. Ja, ein gewollt polarisierender Einstieg. So wie alles polarisierend ist, was das Wort „Hitler“ enthält. Was ich eigentlich sagen möchte: Ich mache das Internet recht gern für Dinge verantwortlich. Zum Beispiel für die Tatsache, dass ich am Mittwoch eine Hausarbeit abgeben muss, für die ich aber bisher lediglich eine Seite absoluten Schwachsinns zusammengetippt habe (betrunken). Natürlich wird sich dem ein oder anderen die Frage aufdrängen, warum ich dann jetzt einen Blogeintrag verfasse, statt mich mit tatsächlich wichtigem Zeug zu befassen. Diesen wahnsinnig integren und rechtschaffenen Herzchen möchte ich antworten: Fresse.

Es ist ja nun auch nicht so, dass ich keine Zeit hätte, die restlichen fünf Seiten nieder zu tippen. Ich mache mir Kaffee, richte mir Schnitten mit Wurstwaren und Tomaten an, fasse mir die Haare zu einem strengen Dutt zusammen und setze meine Intellektuellen-Brille auf – alles mit der Intention, voller Euphorie und sprühendem Sprachwitz in vollem Schreibfluss auf eine 1,0 hinzuarbeiten. Ich fahre meinen Laptop hoch. Ich öffne Word. Ich frage mich, ob die Dozentin vielleicht doch noch irgendwelche Änderungen bezüglich der Aufgabenstellung per Mail rumgeschickt hat und dann passiert es: Das Internet schlägt zu.

Chrome nimmt an, dass ich statt in meinem Google-Mail-Acount auf 9Gag rumhängen möchte und ab diesem Zeitpunkt bin ich absolut verloren. Weil ich ein Kind der ADS-Generation bin, muss ich auch mindestens drei Tabs zeitgleich geöffnet haben, um nicht nervös zu werden und Gott. Sei. Dank. Gibt es auch bei Twitter und Facebook IMMER irgendetwas zu tun. Nach einem Trip, der sich so anfühlt, als hätte man 5 geschmorte Fliegenpilze, 3 Liter MDMA-versetzte Fanta sowie einen mutierten Frosch intus (Bilder fliegen an einem vorbei, Katzen, masturbierende Männer, von irgendwoher der langsam abklingende Ton einer Panflöte, der nahtlos in den Epic-Brecher „Iron“ von Woodkid übergeht, zu dem sich Assassinen auf Kirchendärchern gegenseitig mit Reis bewerfen), fällt mir dann wieder die Hausarbeit ein. Ich schließe den Browser. Ich klicke auf das im Hintergrund geöffnete Word-Fenster. Ich starre vor mich hin. Ich minimiere das Fenster und lese mir noch mal die Aufgabenstellung durch. Ich checke meine Mails. FliegenpilzeMDMAIronKatzen. Der Kreis der Hölle findet kein Ende.

Das Internet zerstört mein Leben. Gefillte Fisch.

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Asiatische Penisse in Essigtöpfen

HA!! Ich schreibe wieder einen Blog. Weltfraulich reiche ich mir zum lang angekündigten Schaffensprozess Rotwein (den Guten) und versuche in regelmäßigen Abständen durch die Gesichtshaut mein stetig zurückgehendes Zahnfleisch zu ertasten. Es ist unmöglich, denn ich habe Parodontose. Erschöpfend detailliert könnte ich an dieser Stelle noch erwähnen, was ich gerade trage, warum es schwierig ist, den genauen Korallton meines Nagellacks zu bestimmen und weshalb bei meinem Teint nach wie vor nicht angekommen ist, dass die Pubertät mit 23 langsam mal zu Ende ist. Aber ich bin weder J.R.R. Tolkien (ist es eigentlich der pompöseste Autorenname aller Zeiten?), noch ein hippes Modeblog-Mädchen und deshalb unterlasse ich es.

Den eigentlichen Antrieb dafür, nach all der Zeit, den Jahren, man möchte fast sagen Epochen, in denen sich das Antlitz der Welt so unwiderbringlich verändert hat und nur die stetig fließenden Tränen indischer Nike-Kinder die einzige Konstante der Menschheit geblieben sind, mal wieder was zu schreiben: Eine Bekannte und ich besuchten heute die Berliner Bratwurstmeisterschaft. Weil wir beide wahnsinnig sind und uns sowieso schon von der Gesellschaft verstoßen fühlen. Womöglich zu Recht.

Diese Veranstaltung also, die nicht nur den besten Namen der Welt hat, sondern uns auch den sehr optimistischen Irrglauben ins Hirn pflanzte, es gäbe für den einen Euro Eintritt zumindest IRGENDETWAS umsonst, lockte uns aus unserem Todesghetto Neukölln in das intensiv begrünte, gar friedlich anmutende Dahlem. Uns und den kompletten anderen Abschaum Berlins. Da wurden Lederjacken, absurde Halbglatzen-Variationen, Cowboystiefel und unpassende Gesichtsfarben getragen das es eine wahre Freude war. Feiste Männer deepthroateten riesige Rostbratwürste, während ihre angetrauten Gebärmaschinen nicht nur sämtliche mitgezerrten Rotzbälger, sondern auch kleine Töpfe mit eingelegten Gurken (auf deren Länge und Umfang jeder Asiate neidisch wäre) auf ihren Armen balancierten.

Nachdem wir alle auf der Domäne Dahlem lebhaften Tiere (Schafkinder, die ihre unter einem Wasserwagen feststeckenden Geschwister vergewaltigten, todesdepressive Ponys, mehrere Kühe mit eklatanter Inkontinenz) angemessen euphorisch und entzückt angeschrien hatten, kamen die Veranstalter schließlich zur langersehnten Preisverleihung. Bei der Nennung der siegreichen Fleischermeister gab es ein großes Hallo. Insbesondere von mehreren stark angetrunkenen Franken hinter uns. An dieser Stelle möchte ich kurz einwerfen, dass ich persönlich keinen wahnsinnig großen Aufriss um einen Preis gemacht hätte, wenn ich der einzige Nominierte in besagter Kategorie gewesen wäre. Aber das nur am Rande. Nicht jeder kann so eine bescheidene, in sich Ruhende und asketisch lebende Person sein wie ich. Ihr solltet es aber zumindest versuchen!

Der spektakulärste Preis war sicherlich der für die „Kreativste Bratwurst“, dessen Auswahlverfahren höchstwahrscheinlich daraus bestand, dass mehrere mongoloide Affen ohne Augen und Gliedmaßen mit ihren Holzprothesen willkürlich auf eine Wurst getippt haben. Denn niemand, wirklich NIEMAND kann freiwillig Kreationen wie „Mango-Chilli“ oder „Marzipan-Mangold“ in einem Tierdarm zu sich nehmen wollen. Nachdem sich die euphorischen Massen schließlich mit Tränen in den Augen lagen und die ersten Bratwurst-Groupies neben der Bühne auf die siegreichen Heroen warteten, fanden wir, nun sei der richtige Zeitpunkt zu gehen. Wir sind uns sicher: Es ist noch richtig eskaliert.