Studium. Oder: Ist ein Atomkrieg wirklich der Worst-Case?

Ich befinde mich in horizontaler Position. Nicht, weil ich berufstechnisch mittlerweile in ein lohnenderes Metier gewechselt habe – nein. Ich bin ermattet. Ermattet von der Gesamtsituation, die sich aktuell hauptsächlich als mein Studium darstellt. Was ich studiere tut nichts zur Sache. Wahrscheinlich könnte man es als eine Mischung aus BWL, VWL, Geisteswissenschaften, Jura, Eventmanagement und Marketing bezeichnen. Oder man spart sich die differenzierte Darstellung und nennt die Sache beim Namen: Scheiße.

Ich gliedere den folgenden Text mit den Hass-Highlights der vergangenen Wochen aus Gründen der Übersichtlichkeit mit Spiegelstrichen. Somit hat er etwas, was meinem Studiengang anscheinend vollkommen abgeht. Struktur.

–          Wichtige Unterlagen: Es gibt Gründe, warum man mit den Dozenten über Mailing-Systeme vernetzt ist. Das dachte ich zumindest immer. Während man allerdings monatelang auf das Zusenden elementar wichtiger digitalisierter Texte wartet (spontan werfe ich „bald abzugebender Leistungsnachweis“ ein), wird man zwischenzeitlich hauptsächlich mit Veranstaltungstipps, sowie ständig wechselnden Aufgabenstellungen und Vorlesungszeiten genervt. Solche Dinge weiß man als Dozent nämlich immer frühestens um ein Uhr nachts am Tag der Veranstaltung. An dieser Stelle High Five auch an den Professor, der uns nach wochenlangem Hinhalten endlich das Kulturgeschichte-Skript geschickt hat. Falsch rum eingescannt, weil man es ja sowieso ausdruckt und dann drehen kann. Sicher.

–          Spontane Veranstaltungsänderungen: Eben bereits kurz angesprochen, gebührt dieser Thematik ein eigener Spiegelstrich des Hasses.  Als würde es nicht reichen, dass es pro Veranstaltung nur einen Termin in der Woche gibt sowie jede Veranstaltung genau EIN MAL IM JAHR angeboten wird, müssen wir außerdem alle drei Wochen Freitagabends und Samstagmorgens in die Uni. Und wer sich jetzt schon denkt „Hey, ziemlich scheiße!“ wird meine Begeisterung über spontan auf die „Freizeit“ verlegte Zusatzprojekte oder Exkursionen teilen. Bei manchen Dozenten öffne ich erst gar nicht mehr die E-Mail. Stattdessen  kratze ich mir lachend die Arme auf und dünste meine Augäpfel. Irgendwo muss der psychische Stress ja hin.

–          Last but not least: Dozenten, die nicht die geringste Ahnung haben, wovon sie sprechen. Stellt euch vor, ihr seid jung und wissbegierig. Ihr nehmt Jahre unterhalb der Armutsgrenze in Kauf, um euch zu bilden und in eine strahlende Zukunft zu blicken. Und dann sitzt ihr mit Block und Stift in einem Seminar, bereit jedes Fitzelchen an Information aufzusaugen, und hört primär folgendes: „Das müsste ich nachgucken.“, „Das kann ich ihnen gerade so nicht beantworten.“, „Das weiß ich nicht.“ ODER, absolutes Highlight, „Können sie das nicht mal eben in Erfahrung bringen? Sie sitzen doch vor ihrem Laptop!“ Ganz zu schweigen von den Lehrbeauftragten, deren oberstes Ziel es ist, einem einfach nur Zeit zu stehlen. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur dumm und verstehe den Zusammenhang zwischen dem Modul „Inventarisierung 2“ und willkürlich abfotografierter Trockensalami („mild“ und „würzig“) aus einem LIDL-Prospekt nicht.

Wenn ich irgendwann mal elendig an Lungenkrebs zugrunde gehe, mache ich mein Studium dafür verantwortlich. Während ich auf den röchelnden Tod warte, beschäftige ich mich ab und an aber doch AUCH mit Dingen, die ziemlich super sind. Zum Beispiel Interviews über Wendyegoshooter, Penisse und Videospiele. Was man sich natürlich auch mal angucken kann und zwar HIER (klicken. Jetzt. Sofort.).

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2 Gedanken zu „Studium. Oder: Ist ein Atomkrieg wirklich der Worst-Case?

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