Bayern – ein Freistaat wie ein sekretbeflecktes Laken

Blablabla diesdas Einleitung rhabarber. So. Ich wollte mich eigentlich sehr ausführlich über das Spiel „Aufbruch Bayern“ auslassen, nachdem ich in der vergangenen Woche sowohl einen großartigen Artikel auf vice.com dazu gelesen habe (ich bin zu faul ihn zu verlinken, aber da ihr alle so Internetaffine Herzchen seid, findet ihr ihn bestimmt auch selbst) als auch das Game als solches gezockt habe. Ich hatte mir tatsächlich sogar Notizen gemacht und war wirklich motiviert. Wirklich richtig. Dann kam das Wochenende. Und diese 3 für 45 Euro Media Markt/Saturn Aktion. Und nun habe ich hier gar großartige Dinge (Batman Arkham City, GTA IV, Assassin’s Creed Brotherhood, 400g Hüftsteak) rumliegen und all das macht viel, viel mehr Spaß, als rhetorisch auf jemandem rumzutrampeln, der sowieso schon am Boden liegt. Das war eine Metapher.

Andererseits habe ich mich noch nie gescheut, auch tote Kühe durch’s Dorf zu treiben  – wohoo, Metapher-Massaker!! – und deshalb gibt es jetzt einen Text (wenig) und Screenshots (für diesen Blog überdurchschnittlich viele). Film Ab.

 

Bevor man überhaupt irgendetwas tun kann, muss man sich registrieren und dabei bereits einen Spielernamen festlegen. Ich entscheide mich für Obazda_Ottmar. Es erscheint mir angemessen. Warum ich mich anschließend trotzdem dafür entscheide, eine Frau zu spielen? Weil ich ein crazy Dude bin, ok?! Gibt es heutzutage überhaupt noch klare Geschlechtertrennungen? Ist das nicht vielleicht auch irgendwie diskriminierend? Und muss ein jeder aufgeklärter und moderner Bürger sich nach Alice Schwarzer nicht eigentlich ZWINGEND dafür entscheiden, die Frau zu wählen? Fragen, die mir vielleicht nur Bethesda beantworten kann, die Macher des furchtbaren Spiels der Welt: The Elder Scrolls – Oblivion. An deren Machwerk haben sich die Entwickler von „Aufbruch Bayern“ bezüglich der stark trisomiegefärbten Gesichtszüge der wählbaren Spielcharaktere offenkundig immens orientiert und eigentlich habe ich bereits zu diesem Zeitpunkt keine Lust mehr, weiterzuspielen. Warum ich es auch bei eben erwähntem Rollenspiel nie über die erste halbe Stunde hinaus ertragen habe, könnt ihr demnächst im Sonderblog „Warum Oblivion der Eichelkäse deines nach Masturbationsstrangulierungsunfällen querschnittsgelähmten Stiefvaters ist“ nachlesen.

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Eingangs wird man von der Schutzpatronin Bayerns, Bavaria, mit den debilsten Fragen aller Zeiten genervt und muss sich für ein allgemeines Wirkungsfeld entscheiden. Familie, Wissen oder Fortschritt. Dies wird absolut keinen Einfluss auf den späteren „Spielverlauf“ haben, aber das weiß ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Kaum habe ich mich für „Das Buch des Wissens“ entschieden, sehe ich mich einem brüllenden Löwen ausgeliefert, der grundlos auf einer Brücke steht. Ich muss diese Brücke überqueren, um meinen inneren Gipfel zu stürmen (das ist das erklärte Ziel des Spiels. Irgendwie erinnert das alles an Selbstbefriedigung, aber sind Körpersekrete nicht irgendwie auch eine Allegorie auf Bayern?). Was also tun? Bavaria eilt zur Hilfe. Wieder werde ich vor die Wahl gestellt: Lenke ich ihn mit einem Löwenbaby ab, schlage ich in einem Löwenratgeber (!!!)  nach oder entkomme ich mit einem Hoverboat. Natürlich fällt die Entscheidung auf letzteres. Eine fatale Sekunde lang denke ich „Hey, wie cool wäre es jetzt, wenn ich dieses Board selbst steuern könnte und es so eine Art Mini-…“ – die kurze Animation ist vorbei.

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Mein supercooles Zukunftsgadget ist weg und der Löwe auch. Ich bin wieder allein, nur umgeben von sinnlosen Sim-Kristallen, die Studien- und Kitaplätze generieren und mich mit vermeintlichen Fun-Facts rund um den Freistaat versorgen. An dieser Stelle wird klar: Wer Bayern bisher nicht gehasst hat, tut es jetzt.

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Nach ganzen drei Minuten Spielzeit darf ich mich dann noch entscheiden, welches random Gebäude ich in die 25 cm lange Gamewelt bauen möchte und dann ist „Aufbruch Bayern“ auch schon vorbei. Ich fühle mich nicht so, als hätte ich meinen inneren Gipfel erklommen. Ich warte noch ab. Vielleicht passiert noch irgendetwas? Bavaria hilft nicht. Mein crazy Pumpspeicherkraftwerk pumpt unhörbar vor sich hin. Es ist still auf der Spitze dieses Berges. Ich schließe das Fenster, vergrabe mein Gesicht in den Händen und weine. Tränenlos.

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Wer wissen möchte, wie dieses wahnsinnig junge und wilde Computerspiel garantiert nicht ist, kann sich auch noch das Propagand.. Promovideo des Entwicklerteams angucken. Und zwar HIER.

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