Tofu, das Oblivion der Nahrungsmittelindustrie

Ich habe mir Tofu gekauft. Ein Satz, der ähnlich unheilschwanger und, jetzt weiß auch ich es besser, DUMM klingt wie „Hey, ich glaube ich gehe diesen nach einem brutalen Kettensägenmord klingenden Geräuschen nach“ oder „Wir sind hilflose, unbewaffnete Cheerleaderinnen. Warum teilen wir uns nicht auf und erkunden die gruselige Hütte im Wald alleine?“. Nach mehrminütigem fassungslosen Schweigen wird sich euch die Frage nach dem Warum stellen. Nun denn.

Ich dachte es wäre irgendwie cool und gesund und würde meine tierliebende Ader unterstreichen, wenn ich weniger Fleisch esse. Da ich momentan auf der „Ich nehme Kohlenhydrate nur noch in flüssiger Form zu mir“-Diät bin, ist das Nahrungsangebot als solches relativ beschränkt und weil Tofu außerdem den Cholesterinwert im Körper nicht erhöht, dachte ich irgendwie, es wäre eine gute Idee. Ich mariniere den Tofu also ausgiebig und selbstsicher. Ich brate ihn und freue mich richtiggehend auf diesen vermeintlichen Fleischersatzstoff. (An dieser Stelle muss eingeworfen werden:  NICHTS kann Fleisch ersetzen. Fleisch schmeckt wundervoll. Besonders blutig. Ich würde mein Erstgeborenes gegen ein Rinderfilet-Bündel des gleichen Gewichts eintauschen und es nicht eine Sekunde bereuen.) Ich richte den goldbraunen Tofu an Rucola-Salat mit Tomaten an, nehme einen Bissen und habe das Gefühl, mit meiner Zunge in einer Endlosschleife „The Elder Scrolls Teil 1 bis Fünfmillionen“ gefangen zu sein. Es ist widerlich. Nein, es ist grotesk.

Während ich also an meinem pseudoveganen Gutmenschentum würgend die 240 Euro Neben- und Energiekostenachzahlung überweise, fällt mir außerdem auf, dass ich aus unerfindlichen Gründen getrocknetes Blut an der Hand habe, und obwohl heute sogar mein eines Seminar ausgefallen ist, hasse ich diesen Tag.

Was ich außerdem hasse: Musikreviews schreiben. (Entschuldigt, das war der Gerhard Delling in mir) Wer diesbezüglich mehr erfahren möchte, klickt einfach auf untenstehendes Bild und liest den Artikel, den ich für Noisy aka die Musikseite von vice.com geschrieben habe.

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