Asiatische Penisse in Essigtöpfen

HA!! Ich schreibe wieder einen Blog. Weltfraulich reiche ich mir zum lang angekündigten Schaffensprozess Rotwein (den Guten) und versuche in regelmäßigen Abständen durch die Gesichtshaut mein stetig zurückgehendes Zahnfleisch zu ertasten. Es ist unmöglich, denn ich habe Parodontose. Erschöpfend detailliert könnte ich an dieser Stelle noch erwähnen, was ich gerade trage, warum es schwierig ist, den genauen Korallton meines Nagellacks zu bestimmen und weshalb bei meinem Teint nach wie vor nicht angekommen ist, dass die Pubertät mit 23 langsam mal zu Ende ist. Aber ich bin weder J.R.R. Tolkien (ist es eigentlich der pompöseste Autorenname aller Zeiten?), noch ein hippes Modeblog-Mädchen und deshalb unterlasse ich es.

Den eigentlichen Antrieb dafür, nach all der Zeit, den Jahren, man möchte fast sagen Epochen, in denen sich das Antlitz der Welt so unwiderbringlich verändert hat und nur die stetig fließenden Tränen indischer Nike-Kinder die einzige Konstante der Menschheit geblieben sind, mal wieder was zu schreiben: Eine Bekannte und ich besuchten heute die Berliner Bratwurstmeisterschaft. Weil wir beide wahnsinnig sind und uns sowieso schon von der Gesellschaft verstoßen fühlen. Womöglich zu Recht.

Diese Veranstaltung also, die nicht nur den besten Namen der Welt hat, sondern uns auch den sehr optimistischen Irrglauben ins Hirn pflanzte, es gäbe für den einen Euro Eintritt zumindest IRGENDETWAS umsonst, lockte uns aus unserem Todesghetto Neukölln in das intensiv begrünte, gar friedlich anmutende Dahlem. Uns und den kompletten anderen Abschaum Berlins. Da wurden Lederjacken, absurde Halbglatzen-Variationen, Cowboystiefel und unpassende Gesichtsfarben getragen das es eine wahre Freude war. Feiste Männer deepthroateten riesige Rostbratwürste, während ihre angetrauten Gebärmaschinen nicht nur sämtliche mitgezerrten Rotzbälger, sondern auch kleine Töpfe mit eingelegten Gurken (auf deren Länge und Umfang jeder Asiate neidisch wäre) auf ihren Armen balancierten.

Nachdem wir alle auf der Domäne Dahlem lebhaften Tiere (Schafkinder, die ihre unter einem Wasserwagen feststeckenden Geschwister vergewaltigten, todesdepressive Ponys, mehrere Kühe mit eklatanter Inkontinenz) angemessen euphorisch und entzückt angeschrien hatten, kamen die Veranstalter schließlich zur langersehnten Preisverleihung. Bei der Nennung der siegreichen Fleischermeister gab es ein großes Hallo. Insbesondere von mehreren stark angetrunkenen Franken hinter uns. An dieser Stelle möchte ich kurz einwerfen, dass ich persönlich keinen wahnsinnig großen Aufriss um einen Preis gemacht hätte, wenn ich der einzige Nominierte in besagter Kategorie gewesen wäre. Aber das nur am Rande. Nicht jeder kann so eine bescheidene, in sich Ruhende und asketisch lebende Person sein wie ich. Ihr solltet es aber zumindest versuchen!

Der spektakulärste Preis war sicherlich der für die „Kreativste Bratwurst“, dessen Auswahlverfahren höchstwahrscheinlich daraus bestand, dass mehrere mongoloide Affen ohne Augen und Gliedmaßen mit ihren Holzprothesen willkürlich auf eine Wurst getippt haben. Denn niemand, wirklich NIEMAND kann freiwillig Kreationen wie „Mango-Chilli“ oder „Marzipan-Mangold“ in einem Tierdarm zu sich nehmen wollen. Nachdem sich die euphorischen Massen schließlich mit Tränen in den Augen lagen und die ersten Bratwurst-Groupies neben der Bühne auf die siegreichen Heroen warteten, fanden wir, nun sei der richtige Zeitpunkt zu gehen. Wir sind uns sicher: Es ist noch richtig eskaliert.

Advertisements